Schwangerschaftsmärchen – ist etwas dran?

Ich bin immer wieder fasziniert, mit welchen wilden Schwangerschaftsmärchen Frauen verunsichert werden.

Was sind Schwangerschaftsmärchen?

Hier kommen einige Beispiele, denn alles aufzuzählen, das würde seitenlang gehen.

  • Bei einem Mädchen fallen Dir die Haare aus oder Du kriegst Pickel. Denn Mädchen klauen die Schönheit.
  • Ein runder Bauch ist eher ein Mädchen, ein spitzer Bauch ein Junge.
  • Wenn Dir sehr früh stark übel ist, bekommst Du Zwillinge.
  • Wenn Dir sehr früh stark übel ist, wird es ein Mädchen.
  • Dir ist übel, weil etwas in Dir das Kind nicht möchte.
  • Wenn Du in warmes Wasser gehst, erhöht sich die Fehlgeburtsrate.
  • Wenn Du zu Beginn noch schwer hebst, erhöht sich die Fehlgeburtsrate.
  • Du darfst all diese Sachen nicht essen, sonst gefährdest Du Dein Baby. (Da ist teilweise etwas dran.)
  • Du musst möglichst schnell zum Ultraschall nach dem Test.

Ist denn etwas dran?

Es gibt erwiesene Fakten, die durch Studien belegbar sind. Und es gibt Waschfrauenhumbug, der sich hartnäckig hält, obwohl es keine Beweise dafür gibt.

Solche Aussagen wie oben sind in den allermeisten Fällen einfach nur das, als was ich sie bezeichnet habe: Schwangerschaftsmärchen.

Viele kommen aus Zeiten, in denen man deutlich weniger diagnostische Möglichkeiten hatte und sehr viel weniger Verständnis von den Abläufen in unseren weiblichen, faszinierenden Körpern.

Die Menschen legten sich eigene Erklärungen zurecht und einige davon erzählen sie sich bis heute.

Zudem gibt es auch neue Märchen, welche häufig aus verschiedenen Richtungen der Alternativmedizin oder modernen Medizin kommen und auch abenteuerliche Erklärungen finden, die nicht belegt sind.

Ist doch nicht schlimm, oder?

Viele dieser Mythen stören nicht weiter, wenn man nicht wie ich allergisch auf sinnlose Aussagen reagiert, die als Fakten in die Welt posaunt werden.

Ob man sich nun über die Form seines Bauchs Gedanken macht oder nicht, das schadet ja nicht. Oder?

Meine Erfahrung zeigt, dass es doch immer wieder Aussagen gibt, die die Frauen sehr stark verunsichern. Das führt dann dazu, dass sie so übervorsichtig werden, dass nach der ersten Freude das vorherrschende Gefühl Angst ist.

Aber Angst wovor?

Die Frauen bekommen Angst davor, etwas falsch zu machen. Sie bekommen das Gefühl, dass ihre Schwangerschaft etwas so furchtbar unsicheres ist. Und das treibt sie häufig dazu, die gefühlte Sicherheit zu erhöhen, indem sie häufiger zum Arzt gehen, ständig Ultraschall und Überwachung des Babys wollen und jeden Test, der ihnen angeboten wird, völlig unreflektiert in Anspruch nehmen.

“Wenn die Schwangerschaft schon so unsicher und angsteinflößend ist – wie soll dann nur die Geburt werden?” fragen sich viele Frauen. Und auch hier wird klar, dass sie so schnell wie möglich in die Klinik müssen, denn dort ist es sicher und es kann nichts mehr schief gehen.

Ganz oft höre ich dann: “Ich brauche keine weitere Geburtsvorbereitung. Ich gehe in die Klinik und der Arzt und die Hebamme sagen mir dann, was ich machen soll.”

Der Verlust des Körpergefühls und Selbstvertrauens

Frauen verlieren so schon ganz früh in der Schwangerschaft den Kontakt zu ihrem eigenen Körper oder finden ihn erst gar nicht. Denn sie bekommen ganz schnell das Gefühl, dass sie nicht wissen, was für sie richtig ist, sondern ihnen das medizinisches Fachpersonal sagen muss.

Doch gerade in der Schwangerschaft und unter der Geburt wissen wir Frauen meist am besten, was unser Körper braucht. Gerade dann ist es wichtig, dass wir lernen herauszufinden, was für uns gut ist und uns hilft und was uns verunsichert.

Was ist das Problem an unreflektierten Untersuchungen?

Erstmal vorab: Ich halte die moderne Geburtshilfe in vielen Teilen für sehr sinnvoll und sie hat vielen Frauen das Leben gerettet. Ernsthafte Komplikationen in Schwangerschaft und Geburt sind so selten geworden nach vielen Jahrhunderten, in denen sie ein Hauptgrund für Frauensterblichkeit waren.

Doch: Leider schlägt es aktuell oft ins Gegenteil um. Durch die vielen Untersuchungen und Interventionen entstehen neue Komplikationen. Dies führt dazu, dass in eigentlich gesunden Schwangerschaften und unter normalen Geburten Probleme entstehen, die an sich gar nicht da waren.

Denn jede Untersuchung führt zu einem Ergebnis. Wenn es nicht wie gewünscht unauffällig ist, dann zieht es Konsequenzen nach sich. Das ist gut, wenn sicher ist, dass diese Untersuchung und ihre Ergebnisse hilfreich und immer sinnvoll und aussagekräftig sind. Bei vielen zusätzlich angebotenen Tests ist das jedoch nicht so.

Ihre Ergebnisse sind unsicher und die Wahrscheinlichkeit, dass die Auffälligkeit wirklich auf ein Problem hindeutet, oft gering. Dann muss man aber handeln, da ja etwas gefunden wurde und die Odyssee geht los. Das dann im Laufe der weiteren Untersuchungen und Eingriffe Probleme entstehen, ist leider nicht sehr unwahrscheinlich.

Hin zu mehr Selbstvertrauen und besserer Information

Um Frauen eine schönere und sicherere Schwangerschaft zu ermöglichen und ihre Chancen auf eine natürliche Geburt zu erhöhen, die sie glücklich macht, muss also etwas passieren.

Es gibt zwei Bereiche, die ich für absolut wichtig halte:

  • Mehr Selbstvertrauen, mehr Selbstsicherheit, mehr Körpergefühl
  • Bessere und umfassende Informationsquellen für schwangere Frauen

So können Frauen von Anfang an informierte und zu ihnen passende Entscheidungen treffen und ihren Weg finden. Dieser basiert dann nicht auf Angst und Unsicherheit, sondern auf Wissen, Sicherheit und Zuversicht.

Kleine Eigenwerbung:

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