Warum schreit mein Baby? Drei-Monats-Koliken, Blähungen – oder doch etwas ganz anderes?

Kurzinfo: Dieser Artikel erklärt aus meiner Sicht, warum viele Menschenbabys zu Beginn ihres Lebens viel schreien und sich winden. Er erklärt, warum Babys keine Drei-Monats-Koliken, Blähungen oder Bauchweh haben. Und er gibt Dir zwei hilfreiche und sofort anwendbare Tipps, die schon den heutigen Abend sehr wahrscheinlich ruhiger werden lassen.

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Mein erstes Baby war ganz und gar kein Anfängermodell. Nach einer Geburt, die sich durch zwei Nächte zog und mich mit einem deutlichen Schlafmangel zurückließ, kam Baby Nummer 1 nur schwer zur Ruhe.
Und so blieb das auch noch ungefähr 12 Wochen lang.

Ich kann also sehr gut nachvollziehen, wie es vielen Eltern mit unruhigen Babys geht. Und ich habe damals die Zeit genutzt, um alles zu lernen über diesen schweren Start, den manche kleinen Menschlein ins Leben haben.

Wieso sollte perfekte Nahrung Blähungen machen?

Es hat mir von Beginn an nicht eingeleuchtet:

Weshalb sollte ein Menschenbaby, dass mit perfekt auf seine Bedürfnisse abgestimmte Nahrung ernährt wird, Bauchweh und Blähungen haben? Alle Säugetierbabys bekommen, wenn es nach dem Plan der Natur läuft, mit ihrer artspezifischen Muttermilch die perfekt zusammen gesetzte Nahrung.

Welch großen Fehler hätte die Natur da gemacht, wenn das Resultat in großer Anzahl Nachwuchs mit schlimmen Schmerzen und Verdauungsproblemen wäre?

Und außerdem, wieso trifft es dann nur einen Teil der Kinder, aber nicht alle? Und auch innerhalb von Familien ist es sehr unterschiedlich. Ein Baby kann Probleme haben, eines nicht. Das spricht für mich eher gegen diese These.

Flasche oder Brust – Koliken gibt es immer

Noch dazu erleben wir Blähungen sowohl bei voll gestillten Babys, aber auch bei Babys, die unterschiedlichste Flaschenmilch bekommen. In den meisten Fällen sorgen Hausmittel und verschriebene Medikamente gegen Blähungen auch für keinerlei Besserung.

Leider fehlen hier sinnvolle Studien, denn in meinen Augen ist da bei Besserung auch oft ein großer Placebo-Effekt am Werk. Die Eltern sind beruhigt, da sie jetzt etwas “Richtiges” gegen die Beschwerden des Babys haben und verhalten sich ganz anders und sicherer. Dieser Placebo-by-Proxy-Effekt ist sehr machtvoll und zeigt sich bei Kindern ebenso wie bei Tieren.

Aber es pupst und windet sich

Ja, wenn ein Baby schreit, dann tut es das mit vollem Körpereinsatz. Dabei windet es sich und es krümmt sich zusammen, wenn es die Luft aus seinen Lungen presst.

Es pupst auch, einfach nur weil es den ganzen Körper anspannt. Doch meist hört es nach dem Pupsen nicht auf – das spricht für mich klar gegen die Blähungen als Auslöser. Denn da hört der Schmerz nach dem Pupsen doch auf, oder?

Der Mensch: eine geplante Frühgeburt

Tatsächlich ist es so, dass der Mensch einfach mehrere Monate zu früh geboren wird. Und das liegt an seinem viel zu großen Gehirn.

Warum werden Babys geplant zu früh geboren?

Im Laufe unserer Entwicklung als Homo sapiens wurde das Gehirn immer größer. Doch das Becken der Weibchen unserer Spezies passte sich irgendwann nicht weiter an. Der aufrechte Gang fordert einen gewissen Körperbau. Das machte die Geburt immer beschwerlicher und auch gefährlicher, denn der Kopf muss einfach durch das Becken, wenn ein Kind geboren werden soll.

Die Evolution regelte das

Die Lebewesen, die gute Voraussetzungen haben, leben länger und können sich fortpflanzen und dadurch werden eben diese Eigenschaften weiter gegeben. Die Anderen, bei denen das nicht so ist, können ihre besonderen Eigenschaften nicht vererben. So setzen sich also die Merkmale durch, die von Vorteil für Überleben und Fortpflanzung sind.

Im Falle unserer Vorfahren war es so, dass das größere Gehirn Vorteile zu bringen schien beim Überleben und damit bei der Fortpflanzung. Jedoch brachte es Nachteile bei der Geburt. Neben einigen körperlichen Anpassungen, wie dem sehr formbaren Schädel eines Babys und dem etwas flexiblen Becken der gebärenden Frau, brachte vor allem eines die Lösung:

Die Babys, die zu einem bestimmten frühen Zeitpunkt geboren wurden, und auch ihre Mütter überlebten die Geburt mit größerer Wahrscheinlichkeit besser.

Entscheidend war hier wohl der passende Zeitpunkt. Zu früh geborene Kinder waren gesundheitlich anfällig und so pendelte es sich an einem Zeitpunkt ein, an dem die Kinder gut lebensfähig waren.

Was passiert durch die frühe Geburt?

Viele ExpertInnen sprechen mittlerweile von den ersten drei Lebensmonaten des menschlichen Neugeborenen als “das vierte Trimester”. Es gibt die Theorie, dass unsere Kinder in den ersten 12 Wochen eigentlich noch weiter in den Bauch gehören würden.

Wie oben beschrieben, sind sie aber körperlich schon gut lebensfähig. Was also bringt Wissenschaftler zu diesen Aussagen?

Es zeigt sich, dass die neurologische Entwicklung in den ersten 12 Wochen ganz erheblich ist. Unsere Babys werden also mit einem unreifen Gehirn geboren!

Sie können Reize noch nicht filtern und wenig verarbeiten. Geräusche, Bilder, alles strömt auf sie ein.

Die meisten Babys können noch nicht alleine abschalten, wenn es ihnen zu viel wird. Und zu allem Überfluss haben wir als junge Eltern oft auch nicht gelernt, ihre Signale zu erkennen, wenn sie es uns denn doch zeigen können.

Überreizung: das geht ganz schnell

Das führt schnell zur Überreizung und damit auch zu oft unkontrollierbar schreienden Neugeborenen. Und hierfür muss man gar nicht viel tun. Es ist ein Mythos, dass nur Baby überreizt abends schreien, mit denen die Eltern tagsüber viel gemacht haben.

Das ganz normale Leben an einem ruhigen Tag zuhause kann für ein Baby schon zu viel sein. Alleine das Wahrnehmen und Verarbeiten normaler Dinge kann bei einem sensiblen Baby schon ausreichen, dass es abends oder auch tagsüber völlig eskaliert.

Zudem entwickelt sich das Gehirn in den ersten Lebensjahren immens. Gerade in den ersten 12 Wochen passiert so viel, dass die Welt für ein Baby plötzlich ganz anders aussehen kann.

Stellen wir uns mal vor, wir wachen morgens auf und die Welt steht plötzlich auf dem Kopf. Würden wir da auch nicht erstmal unruhig werden, bis wir uns daran gewöhnt haben?

Alles Veranlagung – jedes Baby ist anders

Und jetzt das, was ich am wichtigsten finde:

Du kannst nichts dafür!

Ich finde es unheimlich schlimm, wenn man Eltern ständig suggeriert, dass sie für alles verantwortlich sind. Das sind wir nicht!

Ein Baby ist keine weiße Leinwand, die wir nach unseren Wünschen gestalten können.

Ein Baby wird geboren mit einer eigenen Persönlichkeit, einem eigenen Charakter und eigenen Fähigkeiten

Wir sind dafür da, das wahrzunehmen und das Kind dabei zu begleiten, mit seinen Fähigkeiten und Eigenheiten möglichst gut klarzukommen.

Ob Dein Baby gut schläft, trinkt, aufmerksam ist, sich früh dreht – das alles liegt nicht an Dir!

Jede Mutter und jeder Vater mit mehr als einem Kind wird das bestätigen können. Wir werden nicht erst verschiedene Persönlichkeiten. Wir sind es von der ersten Sekunde an. Und meist merkt man das schon vor der Geburt daran, dass ein Baby sich mehr bewegt, anders bewegt…

Finde Lösungen für Eure Familie

Das Wichtigste ist, dass Du jetzt schnell Wege findest, mit Deinem Baby so umzugehen, dass es Euch allen gut geht.

Und das Praktische hierbei: Fast alle Babys reagieren auf die gleichen Dinge schnell und gut, wenn sie schwer zur Ruhe kommen können.

Wenn Du heraus findest, was Dein Baby schnell beruhigt und ihm ausreichend Ruhephasen ermöglicht, dann wird Euer Leben in Kürze sehr viel entspannter sein.

Lerne den Beruhigungs-Reflex von Babys kennen und klicke Dich hier in den Artikel mit wirklich alltagserprobten Tipps für ein ruhigeres Familienleben mit Baby.

Buchtipps:

Ich freue mich, wenn Ihr diese Bücher anschaut und sie Euch im Alltag helfen. Für mich waren sie Gold wert. Ja, ich bekomme ein kleines bisschen Geld dafür, wenn Ihr sie von meiner Seite aus kauft. Danke dafür!

Ein wunderbares Buch, in dem erklärt wird, was sich bei Babys nach und nach im Gehirn verändert. Mir hat es sehr dabei geholfen, Mitgefühl mit meinem schreienden kleinen Bündel zu haben und meine Emotionen unter Kontrolle zu halten. Unser Running Gag wurde: “Die Erbse kriegt wieder ein Update!”

Und wir waren wesentlich entspannter.

 

Der absolute Durchbruch für mein Baby-Verständnis! Harvey Karp ist für mich der Retter vieler Eltern, die schon fast ihre geistige Gesundheit verloren haben im Babywahnsinn.

Seine Methode hat uns geholfen, unser Baby zuverlässig zu beruhigen und so unser Leben und das unserer kleinen Tochter endlich wieder glücklich zu gestalten.

Meine Meinung: Alle Eltern sollten es schon vor der Geburt bekommen und lesen. Es würde viel Leid und Unsicherheit erspart bleiben.

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  1. Pingback: Babys haben keine Koliken! So beruhigst Du Dein Baby zuverlässig und schnell - hypnolife

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